Zungengarage

Die Zungengarage – warum sie die Zungenruhelage auch nachts unterstützen kann

16. Juli 2026

Die physiologische Zungenruhelage ist ein zentraler Bestandteil der myofunktionellen Therapie. Durch gezielte Übungen wird sie schrittweise erlernt und angebahnt. Ziel ist es, eine physiologische Ruheweichteilbeziehung zu etablieren und langfristig zu automatisieren.

Während dies tagsüber bewusst trainiert werden kann, stellt insbesondere die Nacht eine besondere Herausforderung dar. Genau hier setzt die Zungengarage an: Sie unterstützt dabei, die physiologische Zungenruhelage auch während des Schlafs aufrechtzuerhalten und so die Automatisierung funktioneller Abläufe zu fördern.

Warum die Nacht für die Zungenruhelage so wichtig ist

Tagsüber besteht die Möglichkeit, bewusst auf die richtige Ruheweichteilbeziehung zu achten und diese gezielt zu trainieren.

Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch darin, diese Haltung dauerhaft zu automatisieren. Besonders effektiv kann dieser Prozess während der Nacht unterstützt werden, da der nächtliche Zeitraum viele Stunden umfasst.

Um eine nachhaltige Automatisierung zu erreichen, ist es wichtig, auch während des Schlafs eine physiologische Ruheweichteilbeziehung aufrechtzuerhalten.

Doch wie ist das im unbewussten Zustand möglich?

Indem Lippen und Zunge gewissermaßen „Nachtschicht“ leisten – unterstützt durch die Zungengarage und das Tapen.

Wie funktioniert eine Zungengarage?

Die Zungengarage wird am Gaumen getragen und verfügt über eine kleine Rampe, die die Zunge an ihre physiologische Position führt.

Dadurch erhält die Zunge einen definierten Platz am Gaumen, an dem sie während der Nacht „einparken“ kann. So wird die physiologische Zungenruhelage unterstützt und über viele Stunden stabil gehalten.

In Kombination mit dem Tapen kann die korrekte Ruheweichteilbeziehung auch während der Nacht gesichert und schrittweise automatisiert werden.

Zungengarage 2

Einsatzgebiete der Zungengarage

Die Zungengarage kann in verschiedenen Situationen sinnvoll eingesetzt werden.

Sie eignet sich unter anderem:

  • zur Unterstützung der physiologischen Zungenruhelage während der Nacht
  • zur Stabilisierung der transversalen Oberkieferbreite, beispielsweise nach einer Gaumennahterweiterung (GNE)
  • als Retentionsgerät nach einer myofunktionell-kieferorthopädischen Therapie
  • bei notwendiger frontaler Abschirmung der Zunge

Damit verbindet sie funktionelle und kieferorthopädische Aspekte in einem einzigen Therapiegerät.

Warum Tapen die Therapie sinnvoll ergänzt

Für eine möglichst effektive Automatisierung der Ruheweichteilbeziehung sollte die Zungengarage zusätzlich mit dem Tapen kombiniert werden.

Nur so kann gewährleistet werden, dass die Nasenatmung während der gesamten Nacht stabil erhalten bleibt.

Die Kombination aus Zungengarage und Tapen unterstützt somit:

  • die physiologische Zungenruhelage
  • den kompetenten Lippenschluss
  • eine stabile Nasenatmung
  • die langfristige Automatisierung funktioneller Bewegungsmuster

 

Schritt für Schritt zur Automatisierung

Die Eingewöhnung an die Zungengarage erfolgt schrittweise.

Über tägliche Übungen wird zunächst das Tragen am Tag geübt, bevor die Anwendung während der Nacht erfolgt. Dieser Prozess kann durch das mykie Online-Training begleitet werden und erleichtert die schrittweise Etablierung der physiologischen Ruheweichteilbeziehung.

Mehr als ein Retentionsgerät

Die Zungengarage dient nicht nur der Stabilisierung kieferorthopädischer Behandlungsergebnisse.

Sie trägt gleichzeitig dazu bei, auch die myofunktionellen Behandlungsergebnisse langfristig zu sichern und zu automatisieren.

Denn nach einer erfolgreichen myofunktionell-kieferorthopädischen Therapie müssen nicht nur die dental-skelettalen Veränderungen stabil bleiben – auch die neu erlernten funktionellen Abläufe sollten dauerhaft erhalten werden.

Genau diese beiden Ziele vereint die Zungengarage in einem Gerät.

Fazit

Die Zungengarage unterstützt die physiologische Zungenruhelage während des Schlafs und kann dazu beitragen, funktionelle Bewegungsmuster langfristig zu automatisieren.

In Kombination mit dem Tapen fördert sie eine stabile Nasenatmung, einen kompetenten Lippenschluss sowie die physiologische Ruheweichteilbeziehung.

Damit stellt sie eine sinnvolle Ergänzung nach myofunktioneller und kieferorthopädischer Therapie dar und verbindet funktionelle sowie kieferorthopädische Retention in einem Therapiekonzept.

 

Quelle: Dr. Andrea Freudenberg, Expertin für mykie® - myofunktionelle Kieferorthopädie