Nasenatmung Sport

Nasenatmung beim Sport – warum sie Leistungsfähigkeit und Ausdauer verbessern kann

12. März 2026

Die richtige Atmung spielt im Sport eine entscheidende Rolle für Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Regeneration. Während viele Menschen beim Training automatisch durch den Mund atmen, rückt die Nasenatmung zunehmend in den Fokus von Sportlern und Trainern.

Bekannte Sportler wie die Tennisspielerin Iga Świątek und der Fußballspieler Erling Haaland nutzen beispielsweise Mouth Taping als Trainingsmethode zur Leistungsoptimierung. Auch der US-amerikanische Kieferorthopäde William M. Hang lieferte ein eindrucksvolles Beispiel: Er absolvierte einen kompletten Marathon mit getaptem Mund.

Das Mouth Taping wird beim Sport eingesetzt, um die Nasenatmung sicherzustellen und dadurch die Sauerstoffversorgung im Körper zu optimieren.

Wie Nasenatmung die sportliche Leistung beeinflussen kann

Die Nasenatmung optimiert die sportliche Leistung auf mehreren Ebenen. Sie sorgt dafür, dass der CO₂-Spiegel im Blut höher bleibt und dadurch Sauerstoff effizienter von den roten Blutkörperchen in die Muskelzellen gelangt. Dieser physiologische Zusammenhang wird als Bohr-Effekt bezeichnet. Dadurch kann die Sauerstoffversorgung der Muskulatur verbessert und die Ausdauerleistung unterstützt werden.

Gleichzeitig fördert die Nasenatmung die tiefe Zwerchfellatmung, was zu effizienteren Atemzügen und einer besseren Lungenventilation führt, ohne zusätzliche Energie zu verbrauchen.

Darüber hinaus stabilisiert die Nasenatmung den Atemrhythmus und die Herzfrequenz, wirkt beruhigend auf das autonome Nervensystem und schützt die Atemwege. Die Nase filtert, erwärmt und befeuchtet die Atemluft, bevor sie in die Lunge gelangt.

Insgesamt unterstützt die Nasenatmung nicht nur die Leistungsfähigkeit während des Sports, sondern kann auch zu einer schnelleren Regeneration zwischen Belastungsintervallen beitragen.

Sherpas als Beispiel für effiziente Atemtechnik

Die Sherpas, ein indigenes Volk aus Nepal, sind weltweit für ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten im Hochgebirge bekannt. Sie leben in großen Höhen und wachsen von klein auf in einer Umgebung auf, in der der Sauerstoffgehalt der Luft stark reduziert ist.

Ihr Körper hat sich optimal an diese Bedingungen angepasst: Sherpas besitzen eine hohe Lungenkapazität, nutzen Sauerstoff besonders effizient und verfügen über eine bemerkenswerte Ausdauer.

Bei Expeditionen im Himalaya, insbesondere bei der Besteigung des Mount Everest, übernehmen Sherpas eine unverzichtbare Rolle als Bergführer, Träger und Routenexperten. Sie errichten Lager, transportieren Ausrüstung und unterstützen Expeditionsteilnehmer, wodurch die Besteigung deutlich sicherer und planbarer wird.

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg in großer Höhe ist die richtige Atemtechnik. Während viele Bergsteiger vor allem auf körperliche Kraft setzen, nutzen Sherpas instinktiv eine ruhige und kontrollierte Nasenatmung, um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern.

Fazit

Die Nasenatmung kann im Sport verschiedene physiologische Vorteile bieten. Sie unterstützt eine effiziente Sauerstoffversorgung, stabilisiert Atemrhythmus und Herzfrequenz und schützt gleichzeitig die Atemwege.

Wer seine Atmung im Training bewusst wahrnimmt, kann versuchen, möglichst häufig durch die Nase zu atmen und die Trainingsintensität entsprechend anzupassen. Eine ruhigere, kontrollierte Atmung kann dazu beitragen, Leistungsfähigkeit und allgemeine Atemgesundheit langfristig zu unterstützen.

 

Quelle: Dr. Andrea Freudenberg, Expertin für mykie® - myofunktionelle Kieferorthopädie