Quelle | pexels

Smiles like a diamond: Strahlend weiße Zähne durch professionelles Bleaching

18. Juni 2021

Die Zeiten, als sich nur Promis weiße und gerade Zähne leisten konnten, sind vorbei. Längst gibt es einen riesigen Markt für zahnaufhellende Produkte, die man sich in der Drogerie oder im Internet kaufen und zu Hause selbst anwenden kann. Aber halten die Whitening Strips und Aufhellungs-Gele auch, was sie versprechen? Wie sicher ist ein DIY-Bleaching? Warum sollte man lieber zum Experten gehen? Wir klären die wichtigsten Fragen rund um Zahnverfärbungen und professionelles Bleaching.

Was macht einen Menschen attraktiv? Mit Sicherheit sein Lächeln. Aber nicht jeder ist von Natur aus mit strahlend weißen Zähnen gesegnet. Im Laufe des Lebens können sich Verfärbungen bilden, die trotz gründlicher Zahnpflege nicht weichen wollen. Wer das nicht akzeptieren will, hat heute die Möglichkeit, mit einem Bleaching für hellere Zähne zu sorgen.

Wie kommt es zu Zahnverfärbungen?

Jeder Mensch ist einzigartig, und ebenso einzigartig ist die Farbe seiner Zähne. Bei einem Menschen sind sie heller, beim anderen dunkler. Im Laufe unseres Lebens setzen wir unsere Zähne außerdem vielen Einflüssen aus, die Verfärbungen hervorrufen. Die häufigsten Auslöser von Zahnverfärbungen sind Rotwein, Kaffee, Tee (nicht nur Schwarztee) und Tabak. Aber auch Gewürze wie Curry oder Safran, bestimmte Früchte (z. B. Heidelbeeren), eisen- oder nitrathaltige Präparate (z. B. in antibakteriellen Mundspülungen) sowie bestimmte Medikamente können die Zähne dauerhaft verfärben. Häufiges Erbrechen (Bulimie) schädigt den Zahnschmelz und lässt die innere Zahnschicht gelblich durchscheinen. Karies zeigt sich je nach Ausprägungsgrad anfänglich in Form von hellen Läsionen und später als dunkle Stellen.

Manche Zahnverfärbungen kommen nicht von außen, sondern von innen. Etwa durch bestimmte Medikamente, Gendefekte, Blutungen im Zahnmark, abgestorbene oder wurzelbehandelte Zähnen und altersbedingte Prozesse.

Ab wann gelten Zähne als verfärbt? 

Das ist eine individuelle Betrachtungsweise und nicht einfach zu beantworten. Denn selbst innerhalb des gleichen Gebisses unterscheiden sich die Zahnfarben. Sie schwanken zwischen Elfenbeinweiß, Gelb- und Grautönen. Dazu sind oft die Schneidezähne heller als etwa die Eck- oder Backenzähne. Rund 26 mögliche Farbtöne bilden die typischen Zahnfarben. Frauen haben dabei in der Regel hellere Zähne als Männer, ebenso wie die Zähne in jungen Jahren heller sind als im Alter. Für die Farbbestimmung nutzt der Zahnarzt einen standardisierten Farbring, der die verschiedenen Farbnuancen abbildet. 

Farbskala zur Farbbestimmung beim Bleaching I Quelle: pexels

Allerdings ist unsere Farbwahrnehmung subjektiv geprägt und hängt auch von zahlreichen anderen Faktoren ab: der Beleuchtung, Gesichts- und Lippenfarbe sowie der Kleidung. Objektivere Ergebnisse liefert die digitale Farbmessung. Insgesamt ist es aber letztlich subjektiv, ob man selbst seine Zähne für verfärbt erachtet oder nicht.

Wie kann man Zahnverfärbungen vorbeugen?

Das wichtigste Mittel gegen Zahnverfärbungen ist regelmäßige Zahnhygiene. Wer seine Zähne mindestens zweimal täglich putzt, täglich Zahnseide und evtl. ergänzend eine Mundspülung verwendet, beugt gelben Zähnen vor. Zusätzlich lassen sich Rahmen einer professionellen Zahnreinigung beim Zahnarzt viele Verfärbungen entfernen.

Professionelle Zahnreinigung first

In Drogerien werden werbewirksam Zahnpasten zur Zahnaufhellung angeboten. Diese können tatsächlich etwas mehr Verfärbungen entfernen als herkömmliche Zahnpasten. Das Problem: Sie können bei häufiger Anwendung auch den Zahnschmelz abschleifen, da sie einen sehr hohen RDA-Wert haben. Der RDA-Wert gibt an, wie viel Dentin nach einer definierten Zeit durch eine Zahnpasta abgetragen wird. Je höher der RDA-Wert, umso höher ist die abrasive Wirkung. Zahnärzte raten deshalb dazu, die Aufhellungs-Zahnpasta höchstens ein- bis zweimal pro Woche zu benutzen.

Wie kann man Zähne aufhellen?

Es gibt bei starken Verfärbungen die Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit die Zähne um mehrere Farbnuancen aufzuhellen. Beim Bleaching, also Bleichen der Zähne kommt ein Bleachinggel bestehend aus Karbamidperoxid als Trägergel und Wasserstoffperoxid, einer chemischen Bleichsubstanz, zum Einsatz, die auch beim Bleichen von Haaren Anwendung findet. Das Wirkprinzip ist einfach: Es wird aktiver Sauerstoff freigesetzt, der Farbstoffe oxidieren lässt und diese aufspalten und abbauen kann. Der Effekt: Der Zahn wird heller.

Kann man seine Zähne selber bleichen?

Inzwischen gibt es viele freiverkäufliche Produkte zur Zahnaufhellung zu Hause. Am beliebtesten sind Whitening Stripes, also Streifen, die auf die Zähne aufgeklebt werden, und Bleaching-Kits, die meist aus einem Aufhellungs-Gel und einer Zahnschiene bestehen. Das Werbeversprechen: „Weiße Zähne in kürzester Zeit“ können diese Produkte jedoch meist nicht halten. Denn freiverkäufliche Präparate dürfen nur eine maximale Konzentration von 0,1 % Wasserstoffperoxid enthalten. Zum Vergleich: Beim professionellen Bleaching durch den Zahnarzt wird mit Wasserstoffperoxid-Konzentrationen bis 40 % gearbeitet. Oft sind die Ergebnisse daher enttäuschend. 

Bleaching zu Hause: Welche Risiken gibt es?

Außerdem kann man bei der Anwendung viel falsch machen und Schäden an Zähnen und Zahnfleisch anrichten. Grundsätzlich sollte vor dem Bleachen ein Zahnarzt nachschauen, ob Zähne und Zahnfleisch gesund sind und ob ein Bleaching gefahrlos durchgeführt werden kann. Möglicherweise steckt hinter den Verfärbungen Karies, die behandelt werden muss. Der Zahnarzt kann außerdem beurteilen, ob es sich um äußerliche oder innerliche Verfärbungen handelt. Denn bei inneren Verfärbungen ist ein herkömmliches Bleaching wirkungslos.

Bei falscher Anwendung kann Bleaching sowohl die Zähne als auch das Zahnfleisch dauerhaft schädigen. Auch ungleichmäßige Ergebnisse sind möglich. Zudem kann man davon ausgehen, dass beim Bleaching zu Hause relevante Mengen des Bleichgels versehentlich heruntergeschluckt werden, was Speiseröhren- und Magenschleimhaut reizt. Bleaching gehört deshalb in professionelle Hände.

Welche Vorteile hat ein Bleaching beim Zahnarzt?

Der Zahnarzt untersucht zunächst Zähne und Zahnfleisch und entscheidet, ob eine Bleaching-Behandlung vertretbar ist und berät den Patienten über verschiedene Bleachingverfahren und klärt den Patienten über Risiken auf. Nur wenn die Zähne gesund sind und das Zahnfleisch intakt ist, ist das Bleaching unbedenklich. Grundsätzlich sollte vor jedem Bleaching eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden, um die oberflächlichen Verfärbungen und den Zahnstein zu entfernen. 

Zudem ist das zahnärztliche Bleaching wirkungsvoller. Denn höher konzentrierte Bleichmittel darf nur der Zahnarzt anwenden. Es ist also nicht nur schade um die Zähne, sondern auch um das Geld, das man für vermeintliche „Weißmacher“ in Drogeriegeschäften ausgibt. Je nach Verfärbungsursache, Farbe der Zähne und dem Grad der vorgesehenen Aufhellung kommen verschiedene Bleichtechniken und Wirkstoffkonzentrationen in Betracht. 

Kann man auch Zahnersatz aufhellen lassen?

Wer seine Zähne bleachen will, muss beachten, dass sich Zahnfüllungen, Inlays, Verblendungen, Veneers, Kronen, Brücken oder Implantate und anderer Zahnersatz nicht aufhellen lassen. Die Farbe bleibt nach dem Bleaching noch die gleiche Farbe wie vorher, was zu unterschiedlichen Helligkeitsgraden im Gebiss führen kann. Mögliche Farbunterschiede lassen sich dann nur durch neue Füllungen oder Zahnersatz korrigieren. Mit dem Zahnarzt sollte die optimale Strategie besprochen werden. 

Auch nach einer kieferorthopädischen Behandlung kann ein Bleaching der krönende Abschluss der Zahnkorrektur sein. Wichtig ist, dass nicht sofort nach dem Entfernen der Brackets oder Attachments eine Zahnaufhellung durchgeführt wird. Damit sich die Zahnoberfläche regenerieren kann, sollte ein Bleaching erst nach 8 Wochen stattfinden. 

Welche professionellen Bleaching-Methoden gibt es?

Bleaching in der Zahnarztpraxis wird auch In-Office-Bleaching genannt. Für das so genannte In-Office-Power-Bleaching (auch Chairside-Bleaching genannt) wird zunächst ein Schutz für das Zahnfleisch aus lichthärtendem Kunststoff aufgetragen. Dieser reduziert mögliche Reizungen des Zahnfleisches durch das Bleichmittel, das in Gelform auf die Zähne aufgetragen wird. 

Power-Bleaching mit LED-Lampe | Quelle: IStock

Zur Aktivierung und Beschleunigung kommt eine spezielle LED-Lampe zum Einsatz. Die Einwirkzeit beträgt etwa 15-20 Minuten. Danach wird das Bleichgel abgesprüht, das erreichte Ergebnis kontrolliert und meist das Bleachinggel für einen zweiten Durchgang aufgetragen. Im Anschluss wird das Bleachinggel sorgfältig abgespült und der Zahnfleischschutz entfernt. Um Empfindlichkeiten der Zähne vorzubeugen wird ein Desensibilisierungslack aufgetragen und die Zähne werden mit Fluorid behandelt. 

Eine weitere Methode ist Bleaching mit individuellen Bleachingschienen. Dabei wird nach einer Abformung oder Scan der Kiefer für jeden Kiefer eine Kunststoffschiene im Labor hergestellt. Der Zahntechniker spart einen Hohlraum als Depot für das Bleachinggel aus. Das Bleachinggel wird in die vorbereitete Schiene gefüllt, anschließend muss diese für 30 bis 60 Minuten im Mund getragen werden. Danach werden die Schiene mit dem Bleichmittel entfernt und die Zähne gründlich abgespült. Diese Methode kann auch in Kombination mit Home-Bleaching verwendet werden.

Auch beim Home-Bleaching ist der erste Schritt der Gang zum Zahnarzt. Er nimmt einen Abdruck oder Scan des Gebisses und fertigt eine Kunststoffschiene an. In diese wird zu Hause ein niedrig dosiertes Bleaching-Gel aufgetragen, ehe sie stundenweise getragen wird (z. B. nachts oder einige Stunden pro Tag). Im Gegensatz zur schnellen In-Office-Methode dauert hier die Prozedur länger. Je nach Aufhellungsgrad muss die Schiene bis zu zwei Wochen regelmäßig benutzt werden, ehe sichtbare Ergebnisse eintreten. Regelmäßige Kontrollen durch den Zahnarzt gehören dazu. Eine Alternative sind vorgefertigte Bleaching-Trays, die aber ebenfalls erstmalig nur unter Aufsicht des Zahnarztes angewendet werden dürfen. 

Bei wurzelbehandelten Zähnen gibt es die Möglichkeit, den Zahn von innen mit einem Bleichmittel zu behandeln. Das bezeichnet man auch als internes Bleaching oder Walking-Bleach-Technik. Diese Methode kann selbstverständlich nur vom Zahnarzt durchgeführt werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel eine vorübergehende Überempfindlichkeit der Zähne oder Reizungen des Zahnfleischs. Bei kariösen Zähnen kann der Zahnnerv geschädigt werden, auch wird die Schmelzoberfläche kann durch zu exzessives Bleaching in Mitleidenschaft gezogen. Das Verfahren ist also nicht unproblematisch. Kinder und Schwangere sollten ihre Zähne gar nicht bleachen lassen. In jedem Fall gilt: Lassen Sie sich vor dem Bleachen Ihrer Zähne immer vom Experten beraten.

Wie lange hält der Bleaching-Effekt an?

Wichtig im Anschluss an ein Bleaching ist die sog. weiße Diät für die folgenden Tage. Es sollte auf Kaffee, Tee, Rotwein sowie stark färbende Lebensmittel und Gewürze wie z.B. Blaubeeren und Curry verzichtet werden. Dafür sollte man auf helle Lebensmittel wie Reis, helles Gemüse und Milchprodukte setzen. Auf Rauchen, d.h. Nikotin, sollte man ebenfalls verzichten. 

Das Ergebnis hängt von der angewendeten Methode ab, aber auch von den Konsum- und Zahnpflegegewohnheiten. Regelmäßige professionelle Zahnreinigung hilft ebenfalls, das Ergebnis möglichst lange zu erhalten, im Idealfall über mehrere Jahre. Bei Bedarf kann das Bleaching nach 12-24 Monaten wiederholt werden.

Sichtbarer Bleaching-Effekt: Zähne können um bis zu neun Farbnuancen aufgehellt werden I Quelle: IStock

 

5 Tipps für weiße Zähne

Weiße Diät nach Bleaching wichtig I Quelle: unsplash
  1. Richtig konsumieren: Kaffee, Tee, Rotwein, Tabak, Gewürze, Fruchtsäfte und dunkle Beeren begünstigen Zahnverfärbungen. Sie sollte man nur in Maßen konsumieren.
  2. Richtig Zähne putzen: Gründliche und regelmäßige Zahnhygiene umfasst das Benutzen von Zahnpasta und Zahnbürste, Zahnseide und Mundspülung. Mindestens zweimal am Tag sollten die Zähne gepflegt werden. Am besten nach jeder Mahlzeit.
  3. Richtige Zahnputzmittel: Sinnvoll kann Weißmacher-Zahnpasta mit Putzkörpern sein, allerdings sollte diese wegen ihrer höheren Schleifwirkung höchstens ein- bis zweimal pro Woche benutzt werden. Elektrische oder Hand-Zahnbürsten sollten abgerundete Interdental-Borsten besitzen, die den Zahn schonen.
  4. Richtig vorsorgen: Gehen Sie regelmäßig zur Kontrolle zu Ihrem Zahnarzt und lassen Sie mindestens einmal pro Jahr eine professionelle Zahnreinigung durchführen.
  5. Richtig schminken: Oftmals hilft schon ein kleiner Effekt. Nutzen Sie Lipgloss oder Lippenstift mit Blaustich (Weinrot-, Grau- oder Aubergine-Töne). Denn Blau als Komplementärfarbe lässt gelbstichige Zähne im Handumdrehen heller wirken. Orange und Koralle sollten Sie dagegen meiden, weil sie das Gelb der Zähne hervorheben.

 

 

Quellen:

  • Lilaj B, Dauti R, Agis H, Schmid-Schwap M, Franz A, Kanz F, Moritz A, Schedle A, Cvikl B. Comparison of Bleaching Products With Up to 6% and With More Than 6% Hydrogen Peroxide: Whitening Efficacy Using BI and WI D and Side Effects - An in vitro Study. Front Physiol. 2019 Aug 21;10:919.
  • Omar F, Ab-Ghani Z, Rahman NA, Halim MS. Nonprescription Bleaching versus Home Bleaching with Professional Prescriptions: Which One is Safer? A Comprehensive Review of Color Changes and Their Side Effects on Human Enamel. Eur J Dent. 2019 Oct;13(4):589-598.
  • Grazioli G, Valente LL, Isolan CP, Pinheiro HA, Duarte CG, Münchow EA. Bleaching and enamel surface interactions resulting from the use of highly-concentrated bleaching gels. Arch Oral Biol. 2018 Mar;87:157-162.
  • de Carvalho AC, de Souza TF, Liporoni PC, Pizi EC, Matuda LA, Catelan A. Effect of bleaching agents on hardness, surface roughness and color parameters of dental enamel. J Clin Exp Dent. 2020 Jul 1;12(7):e670-e675.
  • Vieira I, Vieira-Junior WF, Pauli MC, Theobaldo JD, Aguiar FH, Lima DA, Leonardi GR. Effect of in-office bleaching gels with calcium or fluoride on color, roughness, and enamel microhardness. J Clin Exp Dent. 2020 Feb 1;12(2):e116-e122.
  • Das Gesundheitsportal medondo.health